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Treffpunkt für junge Menschen: Das bietet das Jugendcafé No. 1 in Burgdorf

Treffpunkt für junge Menschen: Das bietet das Jugendcafé No. 1 in Burgdorf

Source: Neue Presse
Author: Franziska Balzer

Burgdorf. Die Braunschweiger Straße 1 ist nicht wiederzuerkennen. Bis vor Kurzem war sie noch die Adresse eines Supermarktlagers. Wo vorher Regale mit Waren standen, gibt es jetzt Sofas, einen Fernseher und sogar einen Flipper-Automaten. Der Diakonieverband Hannover betreibt dort nun das Jugendcafé No. 1. Eine Anlaufstelle für junge Menschen im Alter von 15 bis 27 Jahren, die mehr bieten will als ein gewöhnlicher Jugendtreff.

Eine Werkstatt für DIY-Projekte, Werkzeug, um Fahrräder zu reparieren und ein Flipperautomat: Das Angebot des Jugendcafés ist breit gefächert. So gibt es auch WLAN, einen Fernseher samt Spielekonsole, kostenlose Getränke und Snacks. "Das Café ist eine niedrigschwellige Anlaufstelle", erklärt Sandra Heuer, Geschäftsführerin des Diakonieverbandes. Denn die Mitarbeiter des Cafés stehen auch für Beratungsgespräche zur Verfügung. Zum Beispiel können sie bei Wohnungslosigkeit, finanziellen Problemen oder bei der Jobsuche helfen. "Natürlich steht unsere Tür für alle offen, aber unsere Zielgruppe sind Jugendliche, die Unterstützung brauchen", erklärt Heuer.

Das Projekt ist eine Kooperation von Diakonie und Jobcenter. Geld kommt von beiden Institutionen sowie von der Region und aus dem Europäischen Sozial Fond. Obwohl die Mitarbeitenden die Jugendlichen zu einer Vielzahl von Problemen beraten, geht es vorrangig darum, ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. "Wir haben Klienten, die nicht weiter wissen, denen wollen wir neue Perspektiven aufzeigen", sagt Halit Özden. Er war zuvor Streetworker bei der mobilen Jugendhilfe und bietet jetzt im Café die Beratung an.

Unterstützung bekommt Özden von den Mitarbeitenden der Jugendberufshilfe. Auch diese Hilfe ist ein Projekt der Diakonie. Dort können junge Menschen verschiedene Berufe kennenlernen und handwerklich arbeiten. Ziel ist es, sie von dort an einen Ausbildungsplatz zu vermitteln. Kathleen Baars ist eine dieser Fachkräfte der Berufshilfe. Im Café organisiert sie unter anderem Upcycling-Workshops oder Fahrradreparaturen. "Wir orientieren uns daran, was die jungen Leute wollen. Wir arbeiten mit ihnen zusammen", so Baars.

"Wir wollen unsere Klienten natürlich gerne an die Werkstatt andocken", sagt Özden. Doch in erster Linie sollen sich die Jugendlichen im Café wohlfühlen. Man müsse erst Vertrauen aufbauen, bevor die Jugendlichen sich öffneten. "Das Ungezwungene spricht sie an", sagt auch Baars. "Man kann einfach hereinkommen und sich umschauen." Es sei wichtig, dass junge Menschen von zu Hause raus kämen. In dieser Hinsicht fülle das Jugendcafé No. 1 eine Lücke in Burgdorf, meint Özden: "Für diese Altersgruppe gab es vorher kein Angebot. Die Jugendhäuser gehen ja nur bis 18."

Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, da sind sich beim Tag der offenen Tür alle einig gewesen. Es gebe schon einige regelmäßige Besucher und Besucherinnen, doch an manchen Tagen bleibe das Café noch leer. "Wir müssen noch bekannter werden, das geht viel durch Mundpropaganda", sagt Özden. Ein regelmäßiger Gast ist derweil Angelina. Die 17-Jährige kommt mehrmals pro Woche ins Café. "Ich mag die Gemeinschaft und die freundliche Atmosphäre", sagt die Schülerin.

Aktuell hat das Café an drei Tagen in der Woche geöffnet: montags von 11 bis 20 Uhr, mittwochs von 10 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 16.30 Uhr. Es gibt bereits Pläne, das Café auch dienstags und donnerstags zu öffnen, möglicherweise in Kooperation mit dem Jugendtreff Jonny B.